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Migration

Bund wertet weiter Handydaten von Asylsuchenden aus

Bund wertet weiter Handydaten von Asylsuchenden aus

19.04.2026, 15:4719.04.2026, 15:47
immer mehr Schweizer und Schweizerinnen nutzen ihre Handy über längere Zeit
Handydaten von Asylsuchenden werden weiter maschinell ausgewertet. (Symbolbild)Bild: shutterstock

Der Bund hat das Pilotprojekt zur Ermittlung der Identität von Asylsuchenden mit Hilfe von Handydaten ein zweites Mal verlängert. Der Versuch geht weiter, bis eine Software zur Unterstützung eingeführt ist.

Noch im laufenden Jahr werde eine solche forensische Software eingeführt, bestätigte ein Sprecher des Staatssekretariats für Migration (SEM) am Sonntag eine entsprechende Meldung des «Sonntagsblicks» auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Bisher sind die Handys der Asylsuchenden manuell ausgewertet worden. Die Software hat den Vorteil, dass «in der vorhandenen Zeit eine grössere Datenmenge analysiert werden könne», wie es in der Zeitung heisst.

Die seit einem Jahr laufende, dreimonatige Testphase hätte im letzten Juni ablaufen sollen, ehe das SEM sie ein erstes Mal bis Ende Jahr 2025 verlängerte. Nun bestätigte das SEM, dass das Pilotprojekt erneut verlängert wurde. Und auch der angekündigte Bericht zum Pilotprojekt verzögert sich dementsprechend.

Auch nach der ersten Verlängerung sei die Datenmenge aus den ausgewerteten Mobiltelefonen, Computern und anderen Datenträgern unzureichend gewesen, schrieb das SEM am Sonntag auf Anfrage. Belastbare Erkenntnisse konnten demnach daraus weitehrin nicht abgeleitet werden.

Bei rund der Hälfte der Asylsuchenden, die in die Schweiz einreisen, kann die Identität gemäss bisherigen Erfahrungen nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Im Zuge des Pilotprojekts werden die Datenträger in den beiden Bundesasylzentren Basel und Chiasso ausgewertet – allerdings wegen hoher rechtlicher Hürden nur, wenn nötig und falls verhältnismässig.

Das Pilotprojekt basiert auf einer vom Parlament verabschiedeten Vorlage von 2024. (sda)

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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kräutertee-Hexe (1)
19.04.2026 17:16registriert März 2026
Schon komisch, alle kommen mit Handy, aber Ausweise können sie nicht mitnehmen...

Jedes Handy gehört ausgewertet.
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Bärner728
19.04.2026 17:35registriert Juni 2020
Handy Auswertungen sind ein erster Schritt. Aber wer keinen Ausweis hat, sollte direkt in ein geschlossenes Lager kommen, bis die Identität geklärt ist. Dann "finden" sie plötzlich ihre Ausweise schnell wieder.
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Arthurius
19.04.2026 16:55registriert Januar 2026
Es kann nicht sein, dass wir uns von gewissen "Flüchtlingen" und Profiteuren an der Nase herum geführt werden. Wer nichts zu verbergen hat, wird auch die Daten problemlos herausrücken. Mehrfachidentitäten sind einfach inakzeptabel und solche Personen müssten konsequent ausgeschafft werden, bzw. an den Herkunftsort zurück geschickt werden.
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